{"id":3772,"date":"2020-07-24T12:55:06","date_gmt":"2020-07-24T12:55:06","guid":{"rendered":"https:\/\/practice-school.eu\/exercise-4-cultural-shock\/"},"modified":"2020-10-19T07:27:08","modified_gmt":"2020-10-19T07:27:08","slug":"exercise-4-cultural-shock","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/practice-school.eu\/de\/exercise-4-cultural-shock\/","title":{"rendered":"\u00dcbung 4: Kulturschock &#8211; eine Methode zur Bew\u00e4ltigung interkultureller Konflikte von M. Cohen-Emerique"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;Hero&#8220; _builder_version=&#8220;3.22&#8243; background_color=&#8220;#D21A50&#8243; background_color_gradient_direction=&#8220;170deg&#8220; custom_padding=&#8220;0|0px|0|0px|false|false&#8220;][et_pb_row column_structure=&#8220;1_4,3_4&#8243; make_equal=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;3.25&#8243;][et_pb_column type=&#8220;1_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.25&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/practice-school.eu\/wp-content\/uploads\/logo-practice.png&#8220; align_tablet=&#8220;center&#8220; align_phone=&#8220;&#8220; align_last_edited=&#8220;on|desktop&#8220; _builder_version=&#8220;3.23&#8243; max_width=&#8220;59%&#8220; module_alignment=&#8220;center&#8220;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;3_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.25&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_post_title meta=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; text_color=&#8220;light&#8220; module_id=&#8220;headerpart1module6exercie4&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; title_font=&#8220;|800||on|||||&#8220; title_text_color=&#8220;#ffffff&#8220; title_font_size=&#8220;54px&#8220; custom_margin=&#8220;45px||&#8220;][\/et_pb_post_title][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.22&#8243; custom_padding=&#8220;51.2px|0px|0|0px|false|false&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.25&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; custom_padding=&#8220;14.6px|0px|0|0px|false|false&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.25&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_text ul_item_indent=&#8220;30px&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; text_font_size=&#8220;16px&#8220; text_line_height=&#8220;1.8em&#8220; header_3_font=&#8220;|600|||||||&#8220; header_3_text_color=&#8220;#d21a50&#8243; custom_padding=&#8220;||53px|||&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die p\u00e4dagogischen Ans\u00e4tze und Methoden von Lehrer*innen und Eltern k\u00f6nnen sich stark voneinander unterscheiden und so ggf. einen Kulturschock ausl\u00f6sen. Wenn Lehrer*innen mit elterlichen Praktiken konfrontiert werden, die nicht mit ihren eigenen Werten \u00fcbereinstimmen, kann es zu einer Verurteilung der Eltern kommen (&#8222;Diese Eltern k\u00f6nnen nicht mit ihrem Kind umgehen&#8220;) oder zu einer Durchsetzung der eigenen Norm (&#8222;Hier machen wir das so; das ist die Regel&#8220;). Beide Vorgehensweisen k\u00f6nnen sch\u00e4dlich f\u00fcr das Kind sein, da so seine Identit\u00e4t und kulturelle Zugeh\u00f6rigkeit missachtet wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die berufliche Kultur von Lehrer*innen st\u00fctzt sich oft auf Theorien der Kindesentwicklung, die sich auf ein westliches und normatives Bildungsverst\u00e4ndnis beziehen. Bei elterlichen Praktiken, die nicht diesen Modellen entsprechen, k\u00f6nnen Lehrer*innen einen Kulturschock erleben. Laut Margalit Cohen-Emerique ist ein Kulturschock die emotionale und intellektuelle Erfahrung im Kontakt mit dem, was uns fremd ist. Daraus resultieren Emotionen wie Unverst\u00e4ndnis, Angst und \u00dcberraschung. Diese Kulturschocks k\u00f6nnen nicht nur unentdeckt bleiben, sondern werden auch h\u00e4ufig nicht richtig verarbeitet, was wiederum zu Abwehrreaktionen f\u00fchren kann. Einige Beispiele in diesem Zusammenhang w\u00e4ren:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Vater holt seinen Sohn ab und sagt: &#8222;Du musst nicht aufr\u00e4umen, das ist der Job einer Frau&#8230;&#8220; oder eine Mutter denkt, dass es v\u00f6llig in Ordnung ist, wenn der Sohn statt Obst und Gem\u00fcse Chips und S\u00fc\u00dfigkeiten isst, oder Eltern haben absolut kein Problem damit, dass die vierzehnj\u00e4hrige Tochter bereits Schulden mit ihrem Smartphone gemacht hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fragen, die sich in diesem Zusammenhang stellen, sind: Wie k\u00f6nnen eine Verurteilung und ein R\u00fcckzug verhindert werden? Wie kann der Raum f\u00fcr einen offenen Dialog bewahrt werden? Wie k\u00f6nnen Methoden entwickelt werden, die Erwartungen und Werte aller Parteien respektieren? <span>\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Margalit Cohen-Emerique empfiehlt hier, einen Kulturschock systematisch aufzuarbeiten, damit eine offene Einstellung gewahrt werden kann. Das Verleugnen eines Kulturschocks dagegen verhindert seine Verarbeitung und sch\u00fctzt trotzdem nicht vor seinen Auswirkungen. Es ist notwendig, ihn zu erkennen und zu bearbeiten, um eine abwehrende und ablehnende Haltung zu vermeiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bitte arbeiten Sie die von M. Cohen-Emerique vorgeschlagenen drei Schritte und das untenstehende Beispiel durch. Dann denken Sie an einen Konflikt zur\u00fcck, den Sie selbst erlebt haben, der Ihre pers\u00f6nlichen Werte in Frage gestellt hat. Versuchen Sie, diesen Konflikt mit den drei eingef\u00fchrten Schritten durchzuarbeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Margalit Cohen-Emerique (1999) beschreibt drei Schritte, die helfen k\u00f6nnen, einen Kulturschock zu \u00fcberwinden:<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row column_structure=&#8220;1_4,3_4&#8243; use_custom_gutter=&#8220;on&#8220; gutter_width=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; min_height=&#8220;198px&#8220; custom_padding=&#8220;0px||35px|||&#8220; border_width_bottom=&#8220;1px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#8f8f8f&#8220; locked=&#8220;off&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/practice-school.eu\/wp-content\/uploads\/1-icon.png&#8220; title_text=&#8220;1 icon&#8220; align=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; width=&#8220;35%&#8220; width_tablet=&#8220;&#8220; width_phone=&#8220;25%&#8220; width_last_edited=&#8220;on|phone&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; text_font=&#8220;|600|||||||&#8220; text_text_color=&#8220;#d11a4f&#8220; text_font_size=&#8220;15px&#8220; text_line_height=&#8220;1.8em&#8220; custom_padding=&#8220;10px|10px|10px|10px|false|true&#8220; custom_padding_tablet=&#8220;&#8220; custom_padding_phone=&#8220;15px|10px|15px|10px|false|true&#8220; custom_padding_last_edited=&#8220;on|desktop&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Dezentrierung<\/strong><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;3_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text ul_item_indent=&#8220;30px&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; text_font_size=&#8220;16px&#8220; text_line_height=&#8220;1.8em&#8220; ul_line_height=&#8220;1.9em&#8220; width=&#8220;90%&#8220; width_tablet=&#8220;&#8220; width_phone=&#8220;100%&#8220; width_last_edited=&#8220;on|phone&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst sollte der Schock auf der emotionalen Ebene gekl\u00e4rt werden: Was f\u00fchle ich? Angst? Ekel? Emp\u00f6rung? Ablehnung? Auch der Hintergrund des Schocks sollte bekannt sein: Raum, Zeit, das gesprochene Wort, die eigene Haltung sowie die Haltung des anderen, also was genau schockierte, irritierte, st\u00f6rte&#8230;?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann ist es notwendig, den eigenen Bezugsrahmen zu erforschen, um festzustellen, welche Werte und Prinzipien durch den Schock ersch\u00fcttert wurden. Die verschiedenen Komponenten des Bezugssystems m\u00fcssen ber\u00fccksichtigt werden: ethnische, sexuelle, soziale, berufliche, religi\u00f6se, nationale und politische Zugeh\u00f6rigkeit. So ist beispielsweise zu erkennen, dass der Vater, der seinem Sohn sagt, dass er nicht aufr\u00e4umen soll, die Gleichstellung der Geschlechter gef\u00e4hrdet. Diese Gleichstellung ist jedoch f\u00fcr mich als Frau sehr wichtig, und ich lege gro\u00dfen Wert darauf. Die Einstellung des Vaters ber\u00fchrt meine Auffassung von Bildung sehr sensibel&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Selbstreflexion tr\u00e4gt dazu bei, die Erfahrungsf\u00e4higkeit zu erweitern. Es hilft, Selbstdistanz zu \u00fcben, besonders im Hinblick auf die ersten Emotionen, die durch den Schock ausgel\u00f6st werden.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row column_structure=&#8220;1_4,3_4&#8243; use_custom_gutter=&#8220;on&#8220; gutter_width=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; min_height=&#8220;198px&#8220; custom_padding=&#8220;35px||35px|||&#8220; border_width_bottom=&#8220;1px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#8f8f8f&#8220; locked=&#8220;off&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/practice-school.eu\/wp-content\/uploads\/2-icon.png&#8220; title_text=&#8220;2 icon&#8220; align=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; width=&#8220;35%&#8220; width_tablet=&#8220;&#8220; width_phone=&#8220;25%&#8220; width_last_edited=&#8220;on|phone&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; text_font=&#8220;|600|||||||&#8220; text_text_color=&#8220;#d11a4f&#8220; text_font_size=&#8220;15px&#8220; text_line_height=&#8220;1.8em&#8220; width=&#8220;75%&#8220; module_alignment=&#8220;center&#8220; custom_padding=&#8220;15px|10px||10px|false|true&#8220; custom_padding_tablet=&#8220;&#8220; custom_padding_phone=&#8220;15px|10px|15px|10px|false|true&#8220; custom_padding_last_edited=&#8220;on|phone&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Eintauchen in das Bezugssystem der anderen Person<\/strong><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;3_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text ul_item_indent=&#8220;30px&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; text_font_size=&#8220;16px&#8220; text_line_height=&#8220;1.8em&#8220; ul_line_height=&#8220;1.9em&#8220; width=&#8220;90%&#8220; width_tablet=&#8220;&#8220; width_phone=&#8220;100%&#8220; width_last_edited=&#8220;on|phone&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der n\u00e4chste Schritt besteht darin, den Einstellungen des*der Anderen einen Sinn zu geben, indem verschiedene kulturelle Zugeh\u00f6rigkeiten erforscht werden. Es geht darum, zu beobachten, welche Elemente seiner*ihrer Kultur die jeweilige Einstellung erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. Dies wird durch eine vertiefte Besch\u00e4ftigung mit seinen*ihren Werten und seinem*ihrem Bezugssystem erreicht. In einem Gespr\u00e4ch mit der anderen Seite kann die jeweilige Position dargestellt werden. Haltung und Sichtweise sollen nachvollziehbar werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn kein Dialog m\u00f6glich ist, k\u00f6nnen mehrere Hypothesen aufgestellt werden, um die Haltung des*der Anderen zu erkl\u00e4ren und so Verallgemeinerungen oder stereotype Interpretationen zu vermeiden: Das Verhalten kann durch die Herkunftskultur beeinflusst werden, oder es kann ein &#8222;Idol&#8220; imitiert werden oder \u2026.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch die Analyse des Bezugssystems wird der Haltung des*der Anderen Raum gegeben. Diese Analyse erfordert Offenheit, aber auch pers\u00f6nlichen Einsatz und Neugier, um in die Sichtweise des*der Anderen einzutauchen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch die Analyse des anderen Bezugssystems werden oft gemeinsame Identit\u00e4tspunkte gefunden, die eine Grundlage f\u00fcr die Fortsetzung der Beziehung bilden k\u00f6nnen. Auf diese Weise k\u00f6nnen die Interaktionspartner wieder in Kontakt kommen und entdecken vielleicht, dass es bei ihrer Meinungsverschiedenheit nur darum geht, dass sie Dinge unterschiedlich wahrnehmen.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row column_structure=&#8220;1_4,3_4&#8243; use_custom_gutter=&#8220;on&#8220; gutter_width=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; min_height=&#8220;198px&#8220; custom_padding=&#8220;35px|||||&#8220; locked=&#8220;off&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/practice-school.eu\/wp-content\/uploads\/3-icon.png&#8220; title_text=&#8220;3 icon&#8220; align=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; width=&#8220;35%&#8220; width_tablet=&#8220;&#8220; width_phone=&#8220;25%&#8220; width_last_edited=&#8220;on|phone&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; text_font=&#8220;|600|||||||&#8220; text_text_color=&#8220;#d11a4f&#8220; text_font_size=&#8220;15px&#8220; text_line_height=&#8220;1.8em&#8220; custom_padding=&#8220;15px|10px||10px|false|true&#8220; custom_padding_tablet=&#8220;&#8220; custom_padding_phone=&#8220;||15px||false|true&#8220; custom_padding_last_edited=&#8220;on|phone&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Verhandlung<\/strong><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;3_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text ul_item_indent=&#8220;30px&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; text_font_size=&#8220;16px&#8220; text_line_height=&#8220;1.8em&#8220; ul_line_height=&#8220;1.9em&#8220; width=&#8220;90%&#8220; width_tablet=&#8220;&#8220; width_phone=&#8220;100%&#8220; width_last_edited=&#8220;on|phone&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verhandeln bedeutet weder Unterwerfung noch passiven Widerstand von dem einen oder anderen. Damit gemeint ist eine wahre Begegnung, in der jede*r etwas &#8222;losl\u00e4sst&#8220;, um sich dem*der Anderen zu n\u00e4hern, ohne die wesentlichen Prinzipien der eigenen Identit\u00e4t in Frage zu stellen. Hier geht es darum, eine neue Norm, ein gemeinsames Feld oder einen &#8222;3. Raum&#8220; zu finden, in dem jede*r seine Identit\u00e4t bewahrt und gleichzeitig auf den*die Andere*n zugeht.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_padding=&#8220;40px||6px|||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_divider divider_weight=&#8220;2px&#8220; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][\/et_pb_divider][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_margin=&#8220;1px|auto||auto||&#8220; custom_padding=&#8220;||51px|||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_cta title=&#8220;Kulturelle Irritation &#8211; Ein Beispiel aus einer deutschen Schule &#8220; button_url=&#8220;https:\/\/vimeo.com\/228213052&#8243; url_new_window=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; header_level=&#8220;h1&#8243; header_font_size=&#8220;24px&#8220; header_line_height=&#8220;1.2em&#8220; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_text_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_bg_color=&#8220;#d6194d&#8220; button_font=&#8220;|600|||||||&#8220; width=&#8220;80%&#8220; module_alignment=&#8220;center&#8220; custom_padding=&#8220;30px||8px||false|false&#8220; locked=&#8220;off&#8220; button_bg_color__hover_enabled=&#8220;on|hover&#8220; button_bg_color__hover=&#8220;#C31746&#8243; button_bg_enable_color__hover=&#8220;on&#8220; button_border_color__hover_enabled=&#8220;on|hover&#8220; button_border_width__hover_enabled=&#8220;on|desktop&#8220; button_border_width__hover=&#8220;2px&#8220; button_border_color__hover=&#8220;#ffffff&#8220; button_text_color__hover_enabled=&#8220;on|desktop&#8220; button_text_color__hover=&#8220;#ffffff&#8220;][\/et_pb_cta][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; text_font_size=&#8220;15px&#8220; text_line_height=&#8220;1.8em&#8220; width=&#8220;80%&#8220; module_alignment=&#8220;center&#8220; custom_padding=&#8220;15px|20px|15px|20px|true|true&#8220; border_width_all=&#8220;2px&#8220; border_color_all=&#8220;#d6194d&#8220; border_style_all=&#8220;dashed&#8220; locked=&#8220;off&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Lehrer*innen einer kleinen Gesamtschule in Deutschland sind wirklich w\u00fctend: Ein Sch\u00fcler, der kurz vor dem Schulabschluss steht, sagt seinen Klassenkamerad*innen immer wieder, dass er nach der Schule keinen Job oder keinen Ausbildungsplatz annehmen will. Seine Eltern sind ohne Arbeit. Sie erhalten 1400 \u20ac Hartz V. Wenn er die Schule beendet hat, w\u00fcrden sie sogar mehr Geld vom Staat bekommen, wenn er arbeitslos gemeldet ist. Die Familie will bald f\u00fcr drei Monate in den Libanon gehen &#8211; um ein Haus in Beirut zu bauen!\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Kollegium diskutiert den Vorfall im Rahmen einer Konferenz:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #d6194d;\"><strong><span lang=\"DE\">Schritt 1: <\/span><\/strong><\/span><strong>Erkunden Sie Ihren eigenen Bezugsrahmen: Welche Gef\u00fchle l\u00f6st der Fall in mir aus? Was st\u00f6rt mich? Welche meiner Werte werden angegriffen oder in Frage gestellt? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Lehrer*innen nutzen die Gelegenheit, ihre Emp\u00f6rung und ihren \u00c4rger auszudr\u00fccken. Es entsteht eine lange Liste von Punkten, die sie st\u00f6ren. Dann die Wertvorstellungen: Die Lehrer*innen nennen Werte wie &#8222;Ehrlichkeit&#8220;, &#8222;Gerechtigkeit&#8220;, &#8222;Dankbarkeit&#8220;, &#8222;Anstand&#8220;, &#8222;Loyalit\u00e4t zum Staat&#8220;, &#8222;Gesetzestreue&#8220;, &#8222;ohne Flei\u00df kein Preis&#8220; &#8211; und beginnen zu diskutieren. Manchmal n\u00fctze einem Ehrlichkeit nichts, Gerechtigkeit in diesem Land sei so eine Sache, einige Leute sahnen ganz offiziell ab, ohne flei\u00dfig zu sein, die Solidargemeinschaft funktioniere auch aus anderen Gr\u00fcnden nicht mehr&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #d6194d;\"><strong><span lang=\"DE\">Schritt 2: <\/span><\/strong><\/span><strong><span lang=\"DE\">Erkunden Sie den Bezugsrahmen des anderen und bilden Sie Hypothesen: Was wei\u00df ich \u00fcber die Situation und die Werte der Familie? Was vermute ich? Wie vermute ich, dass der Sch\u00fcler die Situation erlebt hat? Was will ich wissen, um besser zu verstehen? <\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Lehrer*innen sammeln, was sie \u00fcber die Familie wissen und stellen fest, dass ihnen weder die Migrationsgeschichte der Familie noch ihre Zukunftspl\u00e4ne klar sind und sie nicht wissen, welche Bedeutung ein Haus in Beirut hat. Obwohl sie sich der W\u00fcnsche der Eltern f\u00fcr die Zukunft ihres Sohnes sehr wohl bewusst sind (er sollte Deutsch lernen, Kontakt mit<span>\u00a0 <\/span>Deutschen haben, damit er es sp\u00e4ter in der leichter haben kann&#8230;.), stellen sie jetzt fest, dass diese nie mit der Familie diskutiert worden sind. Die angenommene M\u00f6glichkeit, dass die Familie Verwandte im Libanon unterst\u00fctzt, relativiert den Zorn \u00fcber die &#8222;Verantwortungslosigkeit&#8220; der Familie. Vielleicht ist die Familie f\u00fcr den Sch\u00fcler die Solidargemeinschaft, f\u00fcr die er sich auch verantwortlich f\u00fchlt? Der Sch\u00fcler ist ein &#8222;Angeber&#8220; in finanziellen Angelegenheiten, will er dadurch vielleicht sein Gesicht und seinen Stolz aufrechterhalten, nicht als Verlierer auftreten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #d6194d;\"><strong><span lang=\"DE\">Schritt 3:\u00a0<\/span><\/strong><\/span><strong>Verhandeln &#8211; eine L\u00f6sung entwickeln: Was will ich mit dem Gespr\u00e4ch erreichen? Welche Fragen m\u00f6chte ich stellen? Was m\u00f6chte ich \u00fcber mich selbst sagen? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Lehrer*innen entwickeln in Rollenspielen M\u00f6glichkeiten, die Irritation anzugehen. Dabei bemerken sie, wie sie um den \u201ehei\u00dfen Brei\u201c herumreden oder dass sie dazu tendieren, zu moralisieren. Weil ihnen selbst gar nicht so klar ist, was sie wollen: Wollen sie ihre pers\u00f6nliche Position zur nicht angemeldeten Erwerbst\u00e4tigkeit kommunizieren? Wollen sie als Vertreter der Schule zeigen, dass sie Illegalit\u00e4t wahrnehmen und Konsequenzen androhen? Was ist der Auftrag der Schule hier und welche Rolle spielt die Schulleitung? Am Ende erarbeiten die Lehrer*innen, worauf sie sich als professionelle P\u00e4dagogen fokussieren sollten: Sie versuchen, sich auf das Wohl ihrer Sch\u00fcler*innen zu konzentrieren. Sie entwickeln einen Ansatz, um mit dem Sch\u00fcler und seinen Eltern ohne Verurteilung zu sprechen. Sie werden versuchen, ihre Position zu h\u00f6ren, aber ihnen gleichzeitig erkl\u00e4ren, dass sie sich um den Rest der Klasse k\u00fcmmern m\u00fcssen, der bei der Suche nach einem Job oder einer Ausbildung nach der Schule unterst\u00fctzt und gef\u00f6rdert werden muss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Das Beispiel wurde auf der Grundlage eines Textes aus einem deutschen Text von Kinderwelten Projektmaterial (2007) leicht modifiziert.<\/em><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; background_color=&#8220;#D21A50&#8243; background_image=&#8220;https:\/\/practice-school.eu\/wp-content\/uploads\/Accountant-Image-39.png&#8220; custom_margin=&#8220;-1px|||||&#8220; custom_padding=&#8220;0px||0px|||&#8220; locked=&#8220;off&#8220;][et_pb_row column_structure=&#8220;1_3,1_3,1_3&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_padding=&#8220;27px||21px|||&#8220; locked=&#8220;off&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_3&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_3&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_button button_url=&#8220;https:\/\/practice-school.eu\/de\/part1\/module6#goback_module6_exercise4-5&#8243; button_text=&#8220;Gehe zur\u00fcck zu Modul 6&#8243; button_alignment=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_text_color=&#8220;#d7184f&#8220; button_bg_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_border_width=&#8220;0px&#8220; button_border_radius=&#8220;3px&#8220; button_font=&#8220;|600|||||||&#8220; button_icon=&#8220;%%23%%&#8220; button_icon_color=&#8220;#d7184f&#8220; button_icon_placement=&#8220;left&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; button_text_size_tablet=&#8220;&#8220; button_text_size_phone=&#8220;&#8220; button_text_size_last_edited=&#8220;on|desktop&#8220; button_icon_color_tablet=&#8220;&#8220; button_icon_color_phone=&#8220;&#8220; button_icon_color_last_edited=&#8220;on|desktop&#8220; locked=&#8220;off&#8220; button_icon_color__hover_enabled=&#8220;on|hover&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_button][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_3&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_button button_url=&#8220;https:\/\/practice-school.eu\/de\/exercise-5-scenarios\/&#8220; button_text=&#8220;Gehe zu \u00dcbung  5&#8243; button_alignment=&#8220;right&#8220; button_alignment_tablet=&#8220;center&#8220; button_alignment_phone=&#8220;center&#8220; button_alignment_last_edited=&#8220;on|phone&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_text_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_border_width=&#8220;0px&#8220; button_border_radius=&#8220;7px&#8220; button_font=&#8220;|600|||||||&#8220; button_icon=&#8220;%%24%%&#8220; button_icon_color=&#8220;#ffffff&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; locked=&#8220;off&#8220; button_bg_color__hover_enabled=&#8220;on|hover&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_button][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die p\u00e4dagogischen Ans\u00e4tze und Methoden von Lehrer*innen und Eltern k\u00f6nnen sich stark voneinander unterscheiden und so ggf. einen Kulturschock ausl\u00f6sen. 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