{"id":3764,"date":"2020-07-24T12:50:20","date_gmt":"2020-07-24T12:50:20","guid":{"rendered":"https:\/\/practice-school.eu\/exercise-3-anti-biased-teaching\/"},"modified":"2020-10-19T07:26:47","modified_gmt":"2020-10-19T07:26:47","slug":"exercise-3-anti-biased-teaching","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/practice-school.eu\/de\/exercise-3-anti-biased-teaching\/","title":{"rendered":"\u00dcbung 3: Rassismuskritik und Kultursensivit\u00e4t im Unterricht"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;Hero&#8220; _builder_version=&#8220;3.22&#8243; background_color=&#8220;#D21A50&#8243; background_color_gradient_direction=&#8220;170deg&#8220; custom_padding=&#8220;0|0px|0|0px|false|false&#8220;][et_pb_row column_structure=&#8220;1_4,3_4&#8243; make_equal=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;3.25&#8243;][et_pb_column type=&#8220;1_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.25&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/practice-school.eu\/wp-content\/uploads\/logo-practice.png&#8220; align_tablet=&#8220;center&#8220; align_phone=&#8220;&#8220; align_last_edited=&#8220;on|desktop&#8220; _builder_version=&#8220;3.23&#8243; max_width=&#8220;59%&#8220; module_alignment=&#8220;center&#8220;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;3_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.25&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_post_title meta=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; text_color=&#8220;light&#8220; module_id=&#8220;headingexercise3part1module6&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; title_font=&#8220;|800||on|||||&#8220; title_text_color=&#8220;#ffffff&#8220; title_font_size=&#8220;54px&#8220; custom_margin=&#8220;45px||&#8220;][\/et_pb_post_title][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.22&#8243; custom_padding=&#8220;51.2px|0px|0|0px|false|false&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.25&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; custom_padding=&#8220;6.6px|0px|0|0px|false|false&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.25&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_text ul_item_indent=&#8220;30px&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; text_font_size=&#8220;16px&#8220; header_3_font=&#8220;|600|||||||&#8220; header_3_text_color=&#8220;#d21a50&#8243;]<\/p>\n<p>Der \u00dcbung ist ein Zitat vorangestellt aus dem Gedicht \u201cFor the white person who wants to know how to be my friend\u201d:<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text ul_item_indent=&#8220;30px&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; text_text_color=&#8220;#8f8f8f&#8220; text_font_size=&#8220;16px&#8220; header_3_font=&#8220;|600|||||||&#8220; header_3_text_color=&#8220;#d21a50&#8243;]<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>\u201cErstens: vergiss nie, dass ich schwarz bin. Zweitens: vergiss, dass ich schwarz bin.\u201d<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Aus: Movement in Black 1978 von Pat Parker. <\/em><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text ul_item_indent=&#8220;30px&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; text_font_size=&#8220;16px&#8220; text_line_height=&#8220;1.8em&#8220; header_3_font=&#8220;|600|||||||&#8220; header_3_text_color=&#8220;#d21a50&#8243; custom_margin=&#8220;||-1px|||&#8220; custom_padding=&#8220;||12px|||&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aufgabe:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was sagt dieses Zitat \u00fcber Kultursensibilit\u00e4t aus? Erl\u00e4utern Sie die Botschaft der Gedichtzeilen. Wie h\u00e4ngt diese Botschaft mit ihren Sch\u00fcler*innen zusammen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem Sie diese Aufgabe erledigt haben, lesen Sie bitte den (gek\u00fcrzten) Textauszug aus:<\/p>\n<ul><\/ul>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_cta title=&#8220;Michael Oueslati (2018) \u201cStandhalten: Umriss einer rassismuskritischen Didaktik\u201d &#8220; button_url=&#8220;https:\/\/vimeo.com\/228213052&#8243; url_new_window=&#8220;on&#8220; button_text=&#8220; https:\/\/www.ufuq.de\/umriss-einer-rassismuskritischen-didaktik\/#_ftn1            &#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; header_level=&#8220;h1&#8243; header_font_size=&#8220;24px&#8220; header_line_height=&#8220;1.2em&#8220; body_text_align=&#8220;center&#8220; body_font_size=&#8220;16px&#8220; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;15px&#8220; button_text_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_bg_color=&#8220;#d6194d&#8220; button_font=&#8220;|600|||||||&#8220; width=&#8220;80%&#8220; module_alignment=&#8220;center&#8220; custom_margin=&#8220;||40px|||&#8220; custom_padding=&#8220;30px|62px|30px|62px|false|true&#8220; locked=&#8220;off&#8220; button_bg_color__hover_enabled=&#8220;on|hover&#8220; button_bg_color__hover=&#8220;#C31746&#8243; button_bg_enable_color__hover=&#8220;on&#8220; button_border_color__hover_enabled=&#8220;on|hover&#8220; button_border_width__hover_enabled=&#8220;on|desktop&#8220; button_border_width__hover=&#8220;2px&#8220; button_border_color__hover=&#8220;#ffffff&#8220; button_text_color__hover_enabled=&#8220;on|desktop&#8220; button_text_color__hover=&#8220;#ffffff&#8220;]<\/p>\n<p><span lang=\"DE\">Volltextversion unter:<span>\u00a0 <\/span><\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_cta][et_pb_accordion open_toggle_background_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; closed_toggle_background_color=&#8220;#fff2f2&#8243; icon_color=&#8220;#d7184f&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; toggle_text_color=&#8220;#d7184f&#8220; toggle_font=&#8220;|600|||||||&#8220; body_line_height=&#8220;1.8em&#8220; body_ul_line_height=&#8220;1.9em&#8220; body_ol_line_height=&#8220;1.9em&#8220; border_width_all=&#8220;3px&#8220; border_color_all=&#8220;#d7184f&#8220;][et_pb_accordion_item title=&#8220;Welche Haltung sollten Lehrkr\u00e4fte einnehmen?&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; open=&#8220;on&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das diesem Artikel vorangestellte Zitat von Pat Parker spiegelt f\u00fcr mich eine zentrale Haltung wider, die alle am Unterricht Beteiligten im Umgang mit Rassismus und Migration lernen und einnehmen sollten. Es zeigt eine Widerspr\u00fcchlichkeit, in der nicht nur Lehrkr\u00e4fte sich bewegen, so dass wir uns immer wieder selbst befragen sollten, in welcher (Unterrichts)situation, Rassismus und Migration eine Rolle spielen sollte und in welcher nicht. Hier gibt es keinen Ausweg, au\u00dfer fehlerfreundlich und dennoch ernsthaft diese Ambivalenz anzunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einerseits spielt es innerhalb einer Schulklasse und bei Unterrichtsthemen n\u00e4mlich eine gro\u00dfe Rolle, ob jemand selbst oder in seinem Umfeld Migrations- und Rassismuserfahrungen gemacht hat oder zugeschrieben bekommt. Gerade Lehrkr\u00e4fte ohne Migrationsgeschichte \u2013 aber nicht nur diese \u2013 m\u00fcssen ihre Privilegien reflektieren, wie z.B. die deutsche Passzugeh\u00f6rigkeit und der damit verbundene Aufenthaltstitel, Aussehen, Zugang zu Wohnungs- und Arbeitsmarkt, usw., um ihr Milieu, ihren Habitus und ihre Lebenswelt mit all den Implikationen nicht unbewusst zum Ma\u00dfstab des Unterrichts oder sogar der Bewertung zu machen. Sehr zu empfehlen ist f\u00fcr uns Lehrkr\u00e4fte ein sogenanntes Anti-Bias-Training, um sich f\u00fcr die Bedeutung und Folgen obiger Merkmale und Vorurteile jeglicher Art zu sensibilisieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andererseits gibt es viele Situationen in, denen es keine Rolle spielt, wo sich Sch\u00fcler*innen selbst verorten oder verortet werden. Mirza, der friedlich mit Dominik und Cihat Fu\u00dfballkarten tauscht \u2013 Merve, die Celina die News vom letzten Date erz\u00e4hlt, um anschlie\u00dfend schnell die Hausaufgaben von Piotr abzuschreiben, oder Sara, deren Schwester ein Kopftuch tr\u00e4gt, w\u00e4hrend sie selbst es auf der M\u00e4dchentoilette noch schaffen k\u00f6nnte, den Managern der Haarsprayindustrie zu weiteren Super-Boni zu verhelfen. Problemlose Kontakte, bei denen wir Lehrkr\u00e4fte schlichtweg nicht gebraucht werden, sondern von denen wir auch lernen k\u00f6nnen, wie die Jungen gemeinsam abchillen. Als Lehrkr\u00e4fte m\u00fcssen wir also auch lernen, die vielen Selbstverst\u00e4ndlichkeiten und gelingenden Momente der Einwanderungsgesellschaften an unserer eigenen Schule wahrzunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zwischen Fatalismus und naiver Hoffnungsmache<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus meiner T\u00e4tigkeit als Lehrer*innenaus- und fortbilder k\u00f6nnen folgende zwei, bewusst mit einem Augenzwinkern \u00fcbersteigerte, \u201eLehrer*innentypen\u201c unterschieden werden. Jede Lehrkraft tendiert in die eine oder andere Richtung. Jeder Idealtypus hat aber seine Vor- und Nachteile und seine Fallstricke.[20] Wo erkennen auch Sie sich an der einen oder anderen Stelle selbstironisch wieder?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die problemorientierte Lehrkraft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch gehe heute geknickt raus!\u201c, sagen Sch\u00fcler*innen manchmal nach einem fatalistischen Unterricht, \u201eSo viele Probleme auf der Welt!\u201c. Die problemorientierte und fachlich oft sehr versierte Lehrkraft \u00fcberspannt in ihrem Engagement, \u201eendlich mal die wirklichen Knackpunkte unserer Gesellschaft anzusprechen\u201c, wie Rassismus, (Post)Kolonialismus, Nationalismus und andere lokale Probleme, den Bogen. Kritisiert und problematisiert wird alles \u2013 meist nicht zu Unrecht: Die fast eine Million H\u00e4ndchen haltenden Leute mit ihren Lichterketten 1993 h\u00e4tten den Migranten auch nicht wirklich geholfen\u2026 Die kurze Hilfewelle der B\u00fcrger im sogenannten Sommer der Migration 2015 w\u00e4re doch nur f\u00fcr ein einmaliges Fotoposting in sozialen Netzwerken gewesen und und und. Die \u00dcbel der Welt m\u00fcssten eben strukturell an der Wurzel gepackt werden, sonst bringe das alles wenig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stets alles niedergemacht, bleiben so nicht nur kritikf\u00e4hige, problembewusste, emp\u00f6rte, interessierte und nun streichen engagierte Sch\u00fcler*innen gegen Ungerechtigkeiten aller Art zur\u00fcck, sondern auch die ein oder andere entmutigte Sch\u00fcler*innenschaft, als h\u00e4tte sie schulstundenlang TV-Schreckensnachrichten gucken m\u00fcssen. Einige Sch\u00fcler*innen vermuten dann vor lauter Hiobsbotschaften wie durch eine Rassismusbrille auch da Rassismus, wo keiner ist und werden gel\u00e4hmt statt gest\u00e4rkt. Andere verdr\u00e4ngen, verleugnen und wehren ab bei all der \u00dcberforderung durch die vielen heftigen Probleme. Die von der Lehrkraft gut gemeinte anvisierte Politisierung der Sch\u00fcler*innen schl\u00e4gt um in eine deprimierende oder sogar entpolitisierende Weltsicht, in der es nur noch Verlierer und Opfer gibt.[21]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daf\u00fcr kann die Lehrkraft allein jedoch nichts. Selbst wenn Lehrkr\u00e4fte erfolgreiche K\u00e4mpfe und Vorbilder gegen Rassismus und Ausbeutung zeigen, war der Weg dorthin meist kein leichter oder kostete sogar viele pers\u00f6nliche und menschliche Opfer. Selbst der \u201ekleine\u201c Kampf im Alltag gegen z.B. rassistische Diskriminierung bei Vorstellungsgespr\u00e4chen oder steigende Mietpreise ist f\u00fcr die Mehrheit eben kaum zu gewinnen, wenn sich strukturell nichts \u00e4ndert. Und auch ein projektorientierter Unterricht kann in Form einer Unterschriftenpetition von der B\u00fcrgermeisterin missachtet werden. Ein solcher intervenierender Unterricht kann Resignation sogar noch verst\u00e4rken. Aus der Nachhaltigkeits- und Wirkungsforschung wissen wir jedoch, dass sich ohne Sinn, Spa\u00df und soziale Kontakte kaum jemand politisch aktivieren l\u00e4sst \u2013 schon gar nicht von Lehrkr\u00e4ften, die nicht mal (mehr) selbst in einem begrenzten Rahmen ein Engagement aufbringen wollen.[22] Sich z.B. motiviert f\u00fcr ein Bleiberecht von Sch\u00fcler*innen einzusetzen, kann jedoch auch, wie es an unserer Nelson-Mandela-Schule geschehen ist, die Solidarit\u00e4tsf\u00e4higkeit immens st\u00e4rken.[23]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Fragen f\u00fcr eine ausgleichende Unterrichtsvorbereitung:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wo dr\u00fccke ich Sch\u00fcler*innen in ohnm\u00e4chtige Opferrollen? Wo gelingt das vielf\u00e4ltige Zusammenleben heute und damals? Woran liegt das? Was gab es Positives zu vermelden letzte Woche? Welche (historischen) Errungenschaften sind zu w\u00fcrdigen? Wo verkenne ich individuelle Handlungsspielr\u00e4ume? Wie kann ich in Familien \u201evererbte\u201c Selbstzweifel mancher Sch\u00fcler*innen nicht noch best\u00e4rken, sondern empathisch zu kompensieren versuchen? Gibt es hoffnungsmachende mittel- und langfristige L\u00f6sungen? Haben wir auch Spa\u00df? Sporne ich positiv zu selffulfilling prophecy an?[24] Kann ich es mir als oft gut situierte Lehrkraft nicht eher leisten, das Elend und die Dauerkrisen der Welt bequem an mich \u201eranzulassen\u201c?<\/em><\/p>\n<p>[\/et_pb_accordion_item][et_pb_accordion_item title=&#8220;Praxisexkurs: \u201eMeine Eltern haben\u2019s nicht geschafft \u2013 warum ich?\u201c&#8220; open=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; body_ul_item_indent=&#8220;30px&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie k\u00f6nnen Lehrkr\u00e4fte empowern?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diesen Satz sagte eine niedergeschlagene Sch\u00fclerin oft zu mir, obwohl sie eine der Besten in der Klasse war. Ihre Verwandtschaft hatte den Glauben an ein besseres Leben ihrer Meinung nach inzwischen aufgegeben. Diese Botschaft gab die Verwandtschaft regelm\u00e4\u00dfig an ihre Kinder weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So sa\u00df sie also auf unserem Klassenzimmersofa und suchte jemanden, der nicht nur berufsroutiniert einfach sagt, dass er an sie glaubt, sondern es auch meinte. Sie war nicht die Einzige oder der Einzige auf diesem Sofa \u2013 mit und ohne Migrationsgeschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Sch\u00fcler*innen suchen empathische Lehrkr\u00e4fte, die sich trauen, etwas aus ihrem Leben zu erz\u00e4hlen und wie sie Situationen mutig, aber nicht immer geradlinig meisterten und nochmals aufstehen mussten. Es m\u00fcssen und sollen vielleicht keine Geschichten von Einzelf\u00e4llen sein vom (migrantischen) Tellerw\u00e4scher zum Million\u00e4r. Diese Geschichten verdecken eher, dass Schule nicht darauf ausgelegt ist, dass alle Abitur machen \u2013 doch k\u00f6nnen sie in der Tat anspornend sein als selffullling prophecy. Es geht also darum, realistische Lebenserfahrungen zu teilen, die einen \u00fcber sich hinauswachsen lassen. Auch Folgendes k\u00f6nnen Sie tun, um Sch\u00fcler*innen zu empowern:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li style=\"text-align: justify;\"><span>Lokalprominente G\u00e4ste aus Wirtschaft und Politik ins Klassenzimmer oder in die Schulaula einladen<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span>(Ehemalige) Sch\u00fcler*innen als G\u00e4ste einladen, die Herausragendes geleistet haben, wie z.B. von einer Hauptschulempfehlung zum Fachabitur<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span>Sozial aufgestiegene Eltern und Geschwister aus ehemals unterprivilegierten Milieus einladen<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span>Eine_n motivierende_n prominente_n Schirmherr_in f\u00fcr die Schule gewinnen<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span>Schulnamen auch zum Unterrichtsprogramm erheben<\/span>\u2028\u2013<span>B. Nelson-Mandela-Schule<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span>Vor Klassenarbeiten die Klasse selbstbewusst anspornen durch positive Parolen<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span>Anti-Black-Out-Training (z.B. Hand auf Schulter legen w\u00e4hrend Klassenarbeiten, etc.)<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span>Motto in der Klasse anbringen und umsetzen: Jede_r ist ein Expert_in \u2013 Jede_r kann hier was!<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span>Feedback am Freitag-Schild aufh\u00e4ngen: \u201eWas hast du diese Woche geschafft?\u201c<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die ressourcenorientierte Lehrkraft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr alles scheint es noch eine L\u00f6sung zu geben \u2013 meist eine individualistische. Rassismus und andere sogenannte Herausforderungen werden im Unterricht thematisiert, doch gibt es erbaulich gleich hinterher, dass zum Beispiel Chancen f\u00fcr Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte f\u00fcr den Aufstieg geboten werden. So werden dann Pers\u00f6nlichkeiten herangezogen, wie sie Politiker, \u00c4rzte oder \u00e4hnliches wurden. Nat\u00fcrlich sei dies nicht f\u00fcr alle so m\u00f6glich, doch mit Anstrengung k\u00f6nne jede_r seinen_ihren Platz finden. Wenn wir zusammenhalten, schaffen wir\u2018s zu einer One-World \u2013 nach vorne blicken statt zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das schlimme Ausma\u00df und die Folgen, wie z.B. des Rassismus in den USA in den sechziger Jahren bis heute, und die potentiell damit einhergehenden gro\u00dfen Gef\u00fchle und Fragen f\u00fcr Sch\u00fcler*innen werden konstruktiv zugekleistert, statt sie zu verstehen. So bleibt eben auch der Alltagsrassismus in Deutschland und was es mit und ohne Migrationsgeschichte bedeutet, unterprivilegiert aufzuwachsen, der Lehrkraft wie ein st\u00f6render Punkt in der l\u00f6sungsorientierten Didaktik seltsam fern und oberfl\u00e4chlich \u2013 und somit auch den Sch\u00fcler*innen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur\u00fcck bleiben bei so einem Unterricht nicht nur zielstrebigere Sch\u00fcler*innen, die auch unter widrigsten Umst\u00e4nden resilient ihren Weg mit (zu Recht dringend ben\u00f6tigter) Hoffnung gehen, sondern auch viele Sch\u00fcler*innen, denen das Durchdringen gesellschaftlicher Hinderungsmechanismen verborgen bleibt. Im guten Glauben, es allein schaffen zu k\u00f6nnen und zu m\u00fcssen, laufen sie los, obwohl selbst PISA belegt, dass ein Gro\u00dfteil der Sch\u00fcler*innenschaft au\u00dfen vor bleibt. Leider haben sie im Unterricht nie wirklich geh\u00f6rt, warum sie sp\u00e4ter trotz aller Anpassung, Entbehrung und Bem\u00fchung nun pl\u00f6tzlich auf der Verliererseite stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daf\u00fcr kann die Lehrkraft allein jedoch nichts. Zu Recht scheinen die individuellen Handlungsm\u00f6glichkeiten mangels durchsetzungsf\u00e4higer sozialer Bewegungen erstmal vielversprechender. Die Schuld an der eigenen Situation allein auf strukturelle Hindernisse zu schieben, ist den Sch\u00fcler*innen schlie\u00dflich auch keine Hilfe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Fragen f\u00fcr eine ausgleichende Unterrichtsvorbereitung:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wo verharmlose ich Realit\u00e4ten? Was bedeutet Rassismus f\u00fcr die Betroffenen wirklich? Wie h\u00e4ngt das mit der strukturellen Verfasstheit unserer Gesellschaft zusammen? Kann ich Fortbildungen besuchen, um ggf. fehlendes Wissen \u00fcber komplexe Gesellschaftszusammenh\u00e4nge zu erwerben? Wo b\u00fcrde ich dem_r Einzelnen zu viel auf und wecke falsche Hoffnungen? Wo betrachte ich die Welt aus meiner meist recht gut situierten \u201eLehrer*innenwelt\u201c und verharmlose damit (Rassismus)erfahrungen von Sch\u00fcler*innen?<\/em><\/p>\n<p>[\/et_pb_accordion_item][et_pb_accordion_item title=&#8220;Welche p\u00e4dagogischen Ans\u00e4tze gibt es?&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; body_ul_item_indent=&#8220;30px&#8220; open=&#8220;off&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit der viel beachteten Meta-Studie des Bildungsforschers John Hattie zur Wirkung von Unterricht wird verst\u00e4rkt \u00fcber Wirkungspotentiale von Unterricht und p\u00e4dagogischer Ans\u00e4tze diskutiert.[25] Zu Recht wird an der Studie u.a. kritisiert, dass Verstehen gesellschaftswissenschaftlicher Zusammenh\u00e4nge anders funktioniert als z.B. naturwissenschaftliches Verstehen und Ersteres schwerer oder gar nicht in seiner Wirkung zu messen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei einer solchen Kritik stehen zu bleiben w\u00e4re jedoch falsch. Rassismus, \u00f6konomische Ungleichheit und Geschlechterdiskriminierung sind zu ernsthafte globale Probleme, deren erfolgreiche Behandlung im Unterricht nicht der einzelnen Lehrkraft \u00fcberlassen werden kann. Es gibt aber schlichtweg keine breit angelegte empirische Wirkungsforschung zu emanzipatorischen Ans\u00e4tzen in der P\u00e4dagogik und zu rassismuskritischem Unterricht.[26] Wir wissen immer noch nicht genau, mit welchen Ans\u00e4tzen und Methoden wir in der Schule den oben genannten Problemen entgegentreten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Reflektierte Praxiserfahrungen haben jedoch einen langj\u00e4hrigen und richtungsweisenden Fundus an Literatur und Materialien hervorgebracht, der vielleicht in drei Ans\u00e4tze unterteilt werden kann:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span>Wissenserwerb<\/span><\/li>\n<li><span>Sensibilisierung<\/span><\/li>\n<li><span>Dekonstruktion<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unklar ist, ob es alle drei Ans\u00e4tze braucht und in welcher Reihenfolge diese mit einer Schulklasse angegangen werden sollten. In den vorliegenden Materialien kommen deshalb alle Ans\u00e4tze zur Anwendung.[27] Teilweise \u00fcberschneiden sie sich auch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch um was geht es bei den Ans\u00e4tzen? So kann kurz zusammengefasst werden, dass der erste auch als klassischer Aufkl\u00e4rungsansatz bezeichnet werden kann. \u00dcber kognitiven Wissenserwerb erarbeiten Sch\u00fcler*innen neues differenziertes Wissen (z.B. \u00fcber Nationen, Kulturen, Ethnien und Religionen) in der Hoffnung, dass Stereotypen kritisch hinterfragt oder argumentativ widerlegt werden.[28]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch hat sich in der Praxis gezeigt, dass dieser Ansatz nicht ausreicht, weswegen es zus\u00e4tzlich der Bewusstmachung und Reflektion \u00fcber erfahrungs- und emotionsgeleitete Sensibilisierung braucht (Rollenspiele zu Zivilcourage,[29] biografisches Lernen,[30] G\u00e4steeinladungen, Gruppenarbeit, Aufgaben zu Perspektiv-, Empathie- und Solidarit\u00e4tsf\u00e4higkeit oder Herbeif\u00fchrung eines Klassenklimas, in dem ein gleichwertiger Umgang zwischen Deutschen mit und ohne Migrationsgeschichte vorherrscht). Der dritte etwas j\u00fcngere Dekonstruktionsansatz hat sich etabliert, enth\u00e4lt aber offene Fragen.[31] Noch offen ist, ob eine Rekonstruktion ebenfalls dazugeh\u00f6ren soll, indem Sch\u00fcler*innen Stereotype aktiv ver\u00e4ndern und dadurch neu zusammensetzen, z.B. indem sie rassistische Karikaturen mit einer Schere nicht nur dekonstruktiv zerschneiden, sondern kreativ anders und neu als Collage aufkleben.[32] Der gesellschaftliche Konstruktionscharakter von Stereotypen soll so den Sch\u00fcler*innen verdeutlicht werden, da die Sch\u00fcler*innen dann selbst mit- konstruieren.[33] Die Hoffnung ist, dass Stereotype so vielleicht nicht nur als unumst\u00f6\u00dfliche machtvolle Realit\u00e4t erscheinen, sondern als Bilder, die jede_r oder eine Gesellschaft ver\u00e4ndern kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz des meines Erachtens vielversprechenden Dekonstruktionsansatzes bleibt jedoch offen, ob eine (zu starke) dekonstruktive Verunsicherung und Irritation Rassismus nicht sogar verh\u00e4rten kann. Dies trifft vor allem auf Sch\u00fcler*innen in der Pubert\u00e4t zu und auch auf Sch\u00fcler*innen aus Familien, in denen Identit\u00e4ts- und Pers\u00f6nlichkeitsfragen so gut wie gar nicht verhandelt werden. Diese k\u00f6nnten sich dann eher verschlie\u00dfen statt \u00f6ffnen. Es besteht dann sogar die Gefahr, dass solche Sch\u00fcler*innen komplexe und \u00fcberfordernde individuelle und gesellschaftliche Verh\u00e4ltnisse angeblich eindeutig und widerspruchsfrei aufl\u00f6sen m\u00f6chten, indem sie erst recht Rassismus als ordnungsversprechendes Muster aufgreifen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rassismus kann dann bei solchen Sch\u00fcler*innen ein Werte- und Sinnvakuum ausf\u00fcllen, indem sie den ihnen zur Verf\u00fcgung stehenden individuellen oder gesellschaftlich gest\u00fctzten Spielraum nutzen, rassistisch handeln zu k\u00f6nnen. Und auch bei \u00f6konomischer Deprivilegierung, wie z.B. mangelnden Ausbildungsperspektiven oder prek\u00e4ren verunsichernde Verh\u00e4ltnissen, kann Rassismus die Funktion erf\u00fcllen, sich dar\u00fcber selbst aufzuwerten.[34] Zu guter Letzt kann die stabilisierende Funktion von Rassismus auch durch vermeintlich simple psychologischen Faktoren, wie z.B. eine Scheidung der Eltern, ausgel\u00f6st werden. Und manchmal l\u00f6sen viele unterschiedliche Faktoren eine Mehrfachkrise aus. Ob bei solchen Sch\u00fcler*innen nun dekonstruktive Verunsicherung und somit noch mehr Irritation hilfreich ist, ist fragw\u00fcrdig.[35] Zumindest m\u00fcssen Lehrkr\u00e4fte reflektieren, wann eine Irritation produktiv ist und ab wann Dekonstruktion eher destruktiv auf Sch\u00fcler*innen wirken k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem k\u00f6nnte jedoch zu Recht entgegengehalten werden, dass bei Sch\u00fcler*innen mit handfesten menschenrechtsfeindlichen Einstellungen eine unterrichtliche Besch\u00e4ftigung mit Rassismus fragw\u00fcrdig ist \u2013 egal mit welchen Ans\u00e4tzen dies dann geschieht. Fest steht, dass hier schlichtweg mehr praxisorientierte Forschung von N\u00f6ten ist, um nicht nur Bauchempirie zu betreiben. Meine schulischen Erfahrungen zumindest legen nahe, dass der pers\u00f6nliche Umgang mit Uneindeutigkeiten erst erlernt werden muss und es sicherer vertrauensvoller emotionaler Beziehungen bedarf, die durch die Lehrer*innenpers\u00f6nlichkeit erst hergestellt werden muss.[36]<\/p>\n<p>[\/et_pb_accordion_item][et_pb_accordion_item title=&#8220;Wie gehe ich mit rassistischen und menschenrechtsfeindlichen \u00c4u\u00dferungen um?&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; open=&#8220;off&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Frage ist hier nicht ausreichend zu beantworten, weswegen ich auf meine Lehrer*innenfortbildungen zu Rechtsradikalit\u00e4t und Islamismus verweise, bei denen ich diverse p\u00e4dagogische Ans\u00e4tze f\u00fcr die Schulpraxis nutzbar mache.[37] Einige Praxiserfahrungen (u.a. im Umgang mit Fanatismus, religi\u00f6s gepr\u00e4gter Radikalisierung und mit zu Antisemitismus tendierenden Sch\u00fcler*innen) m\u00f6chte ich dennoch weitergeben.[38]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rassismuskritischer Unterricht ist gerade auch f\u00fcr die Sch\u00fcler*innen wichtig, die in ihrer Lebenswelt kaum Raum haben, ihre Gedanken reflektiert auszutauschen oder hier rassistische Einstellungen h\u00f6ren, bzw. erstmal annehmen. Rassismuskritischer Unterricht k\u00f6nnte insofern auch \u00e4u\u00dferlich daran scheitern, weil ein paar Sch\u00fcler*innen von ihren rassistischen \u00c4u\u00dferungen bis zum Ende der Unterrichtseinheit nicht abweichen \u2013 manchmal auch nur, weil sie ihr Gesicht vor der Klasse nicht verlieren wollen. Dies ist f\u00fcr uns Lehrkr\u00e4fte meist schwer ertragbar und fordert unsere professionelle Gelassenheit heraus.<\/p>\n<p>[\/et_pb_accordion_item][et_pb_accordion_item title=&#8220;Lernatmosph\u00e4re statt Moralismus&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; open=&#8220;off&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Kardinalfehler ist, in solchen Situation Konflikte angsterf\u00fcllt und moralisch zu deckeln, doch das ist sicher leichter gesagt als getan. Eine solche Reaktion auf (un)reflektierte Haltungen von Sch\u00fcler*innen in Form einer (meines Erachtens manchmal auch falsch verstandenen) politischen Korrektheit f\u00fchrt zumindest nicht zum Abbau von Rassismus, sondern Rassismus wird so schlichtweg nicht mehr thematisiert. Wer n\u00e4mlich vermutet, etwas Falsches zu sagen, wird dies verstecken, aber dadurch nicht unbedingt reflektieren. Die p\u00e4dagogische Gelegenheit, dass Sch\u00fcler*innen bei ge\u00e4u\u00dfertem Rassismus auf Widerspruch von Mitsch\u00fcler*innen oder Lehrkr\u00e4ften sto\u00dfen, ist verpasst. Die Chance, auf eine Einstellungsver\u00e4nderung hinzuwirken, ebenfalls. Im Unterricht wird so Rassismus gedeckelt, statt R\u00e4ume der Bearbeitung zu erm\u00f6glichen. \u00dcberspitzt gesagt k\u00f6nnte bei diesem Ansatz von Schamp\u00e4dagogik gesprochen werden.[39] Eine solche geartete P\u00e4dagogik wird von dem Migrationsp\u00e4dagogen Paul Mecheril auch als \u201emoralischer Antirassismus\u201c kritisiert. Laut Rudolf Leiprecht muss stattdessen eine untersuchendreflexive Haltung eingenommen werden, bei der eine vertrauensvolle Atmosph\u00e4re lernf\u00f6rderlicher ist.[40] Bestenfalls trauen sich sonst nur mutige Sch\u00fcler*innen am Ende einer Unterrichtseinheit ihre Meinung zu sagen. Schlimmstenfalls schreiben sie bei der n\u00e4chsten Klassenarbeit in einge\u00fcbten Toleranzattit\u00fcden die vermutete Meinung der Lehrkraft hin und wir glauben, wir h\u00e4tten erfolgreichen rassismuskritischen Unterricht abgehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rassismuskritische Arbeit f\u00e4ngt jetzt also vielleicht erst an, da wir sogar dazu ermutigten sollten, eine Meinung in einem von uns gesetzten demokratischen Rahmen mit Redner_innenliste m\u00f6glichst sachlich, doch nicht beleidigend zu \u00e4u\u00dfern. Manchmal vergessen wir Lehrkr\u00e4fte n\u00e4mlich, dass wir nicht dazu da sind, um zu den schon \u00dcberzeugten zu predigen. Rassismuskritik darf nicht nur im Pr\u00e4ventiven stehen bleiben, sondern muss dort zu wirken versuchen, wo sowohl plumper als auch versteckter Rassismus von Sch\u00fcler*innen ge\u00e4u\u00dfert wird.<\/p>\n<p>[\/et_pb_accordion_item][et_pb_accordion_item title=&#8220;Schutzr\u00e4ume bieten&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; open=&#8220;off&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch sieht Mecheril auch die Notwendigkeit, Schutzr\u00e4ume zu bieten, in denen Rassismus zumindest zur\u00fcckgedr\u00e4ngt ist. Meines Erachtens hat zu Recht ein Dialog im Unterricht dort seine Grenzen, wenn eine Lehrkraft erkennt, dass auf l\u00e4ngere Sicht ein_e Sch\u00fcler*in keine Offenheit und Bereitschaft zeigt, sich auf andere einzulassen. Eine vertrauensvolle Atmosph\u00e4re unter der Verant- wortung von vor allem Lehrkr\u00e4ften ohne Migrationsgeschichte ist somit daf\u00fcr da, Rassismus kontrolliert und bewusst zu Tage zu f\u00f6rdern, aber auch Betroffene mit Rassismuserfahrungen bei Bedarf solidarisch auf gleicher Augenh\u00f6he statt paternalistisch zu sch\u00fctzen und Raum nehmen zu lassen zur Erwiderung. Das ist sicherlich kein leichtes Unterfangen und wird nicht immer f\u00fcr alle Beteiligten ohne emotionale Sch\u00e4rfe verlaufen, doch gibt es meines Erachtens derzeit keine tragf\u00e4hige Alternative, wie wir auch aus rassismuskritischen und Anti-Bias-Trainings mit Erwachsenen wissen.[41] Zusammenfassend kann laut Mecheril \u201evon Lehrer*innen und Lehrer*innen nicht erwartet werden, dass sie immer \u201arichtig\u2018 handeln, aber wir k\u00f6nnen eine Kultur schaffen, in denen die Lehrer und Lehrer*innen systematisch aus dem, was sie tun und nicht tun, lernen.\u201c[42]<\/p>\n<p>[\/et_pb_accordion_item][et_pb_accordion_item title=&#8220;Beziehung aufbauen\u2026 und halten&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; open=&#8220;off&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein\u00fcben sollten wir Lehrkr\u00e4fte auch, dass wir manche Sch\u00fcler*innen nicht nur als handfeste_n Rassist_in betrachten, sondern auch deren bed\u00fcrftige Seiten wahrnehmen. Dies gelingt, indem wir uns authentisch f\u00fcr sie interessieren und ihnen bei ihren Problemlagen helfen. Dies l\u00e4sst den jeweilig von ihnen ausgemachten S\u00fcndenbock oft in den Hintergrund treten, statt dass wir nur mit ihnen diskutieren. Durch mein Vorbildverhalten, dass ich solchen Sch\u00fcler*innen menschlich und kompetent zur Seite stehe, kann eine Hasshaltung auf vermeintlich Schw\u00e4chere oder Minderwertige unterschwellig in Frage gestellt werden, was sie von einer Lehrkraft nicht erwarten, die ja sonst fast nie ihrer Meinung ist.[43] Die p\u00e4dagogische Beziehung darf also nicht von Seiten der Lehrkr\u00e4fte abgebrochen werden. Auch, um jemanden damit erst recht nicht noch mehr einem fanatischen Freundeskreis oder einer Organisation zu \u00fcberlassen. Im Zusammenspiel, dass Letztere solchen Sch\u00fcler*innen oft auch keine tragf\u00e4hige Hilfe anbieten k\u00f6nnen oder sogar der ein oder andere Kamerad eine Gef\u00e4ngniskarriere beginnt, wird die Chance gr\u00f6\u00dfer, dass auch der_die Sch\u00fcler*in den Dialog nicht abbricht oder zeitweise zu erreichen ist.[44]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe manchmal erlebt, dass Sch\u00fcler*innen von ihrer fanatischen Erstmeinung abweichen und dieser Prozess durch eine nicht deckelnde Haltung der Lehrkraft lediglich 20 Minuten gedauert hat. Manchmal dauert es zwei Jahre\u2026 und manchmal findet ein Umdenken gar nicht statt. Aus den bisherigen wissenschaftsgest\u00fctzten Erfahrungen \u00fcber Rechtsradikale wissen wir jedoch, dass sich sogar nach vielen Jahren Aussteiger_innen an eine widersprechende, aber ruhige und menschlich zugewandte Lehrkraft erinnern.[45] Eine_n solche_n Sch\u00fcler*in zu verstehen, hei\u00dft also nicht, Denkweisen oder sogar Taten zu rechtfertigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese bisher genannten kurzen Tipps beziehen sich jedoch nicht auf KaderInnen und\/oder organisierte AktivistInnen von menschenrechtsfeindlichen Gruppierungen, sondern gelten lediglich f\u00fcr Mitl\u00e4ufer_innen und Sympathisant_ innen.[46] F\u00fchrungskr\u00e4fte sind n\u00e4mlich nicht allein oder gar nicht durch P\u00e4dagogik erreichbar. Holen Sie sich im Zweifelsfall Hilfe bei Beratungsstellen zu Rechtsradikalit\u00e4t oder Islamismus, bei Antidiskriminierungsstellen oder den jeweiligen Landesinstituten f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte.[47]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Letztes: Nicht nur aus sozialp\u00e4dagogischer Strategie ist die Anerkennung mehrerer Perspektiven, bzw. Sichtweisen (Multiperspektivit\u00e4t) im Unterricht ein zentrales demokratiep\u00e4dagogisches Prinzip, welches f\u00fcr alle F\u00e4cher und Lernbereiche in der Schule gilt und somit auch f\u00fcr einen rassismuskritischen Unterricht. Das hei\u00dft, dass in einer Lerngruppe eine Bandbreite an politischen Meinungen vorhanden ist \u2013 auch mit dem jeweiligen Verst\u00e4ndnis von Rassismus und Antirassismus. Ein rassismuskritischer Unterricht bietet hier eine triftige Perspektive an, die Rassismus nicht nur als individuelles Problem sieht, sondern auch als ein strukturelles, welches mit anderen Machtfaktoren verschr\u00e4nkt ist.[48]<\/p>\n<p>[\/et_pb_accordion_item][et_pb_accordion_item title=&#8220;Muss es eine ganze Unterrichtseinheit sein? Didaktische Prinzipien&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; open=&#8220;off&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja und nein. Sicher ist eine vertiefende l\u00e4ngere Besch\u00e4ftigung mit einer Unterrichtseinheit notwendig, sinnvoll und w\u00fcnschenswert! Es geht aber nicht jedes Mal um einen zus\u00e4tzlichen Kopienstapel mit Arbeitsbl\u00e4ttern, die zum Stoff hinzukommen. Wenn Sch\u00fcler*innen und Lehrkraft sich im Dauerzustand der schulischen Zeitnot zwanghaft stressen, besteht die Gefahr, dass zu viel sogenanntes Bulimie-Lernen statt findet. Darunter wird drastischerweise verstanden: Ins Kurzzeitged\u00e4chtnis reinstopfen, zur Klassenarbeit erbrechen und dann vergessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und: Genauso wenig wie erw\u00fcnscht ist, dass \u201ewir heute mal \u00fcber Frauengeschichte sprechen\u201c, um danach mit dem angeblich \u201enormalen\u201c Geschichtsunterricht fortzufahren, kann eine eng abgegrenzte und einmalig abgearbeitete Unterrichtseinheit zu Rassismus eine selbstverst\u00e4ndliche und gleichberechtigte Perspektive verhindern. Der Eindruck f\u00fcr Sch\u00fcler*innen, es handle sich lediglich um ein einmaliges Sonderthema ohne wirklich gr\u00f6\u00dfere Relevanz, wird so n\u00e4mlich nicht vermieden.<\/p>\n<p>[\/et_pb_accordion_item][et_pb_accordion_item title=&#8220;Perspektive ver\u00e4ndern&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; open=&#8220;off&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht viel mehr um eine ver\u00e4nderte Perspektive, die das bisherige Unterrichtsthema oder die Methode neu darstellt. Wenn wir die Weltkartenprojektion von Arno Peters neben die angeblich \u201enormale\u201c eurozentrierte Mercator-Karte ins Klassenzimmer h\u00e4ngen, wird auch uns Lehrkr\u00e4ften klar, dass sogar wissenschaftliche Methoden nie neutral sind.[49] Wenn wir die rassistischen Zitate Kants kennen[50], verstehen wir Lehrkr\u00e4fte auch die fortschreitende Kolonialisierung der Welt im 19. Jahrhundert und k\u00f6nnen den Sch\u00fcler*innen zumindest keine einseitige und uneingeschr\u00e4nkte Lobeshymne mehr auf die Aufkl\u00e4rung vorsingen. Und wenn wir wissen, dass im Neuen Testament \u201edie Frau in der Gemeinde zu schweigen hat\u201c, k\u00f6nnen wir im Unterricht kein eindeutiges interkulturelles Wir (frauenbefreite Deutsche) und die Anderen (unterdr\u00fcckte Muslimas) mehr aufrecht erhalten, sondern kratzen am antimuslimischen Rassismus.[51] Das Eigene verschwimmt so mit dem vermeintlich Fremden und ver\u00e4ndert unseren Blick auf ein und dasselbe Thema oder dieselbe Methode im Schulbuch oder Rahmenplan.<\/p>\n<p>[\/et_pb_accordion_item][et_pb_accordion_item title=&#8220;Einheiten anreichern&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; open=&#8220;off&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ebenfalls sinnvoll ist eine zus\u00e4tzliche Anreicherung von jeglichen Unterrichtseinheiten durch globale, migrantische und andere erweiterte differenzierte Inhalte und Wissensbest\u00e4nde. Diese sollten in die laufenden Unterrichtseinheiten eingebaut werden. Deswegen sind die meisten Ihnen hier vorliegenden Unterrichtsmaterialien auch als Querschnittsmaterial konzipiert. Wenn im Unterricht Goethe behandelt wird, wird gleichberechtigt sein transkulturelles Verst\u00e4ndnis behandelt.[52] Wenn es in Geschichte zum Beispiel um die sogenannte Renaissance geht, sollte die global- und migrationsgeschichtliche Perspektive miteingeflochten werden, um in der n\u00e4chsten Stunde dasselbe Thema dann wieder anders zu beleuchten.[53] Und eine Doku oder ein Schulbuch wird nicht zur Seite gelegt, weil allein Martin Luther King als anerkannter Menschenrechtsk\u00e4mpfer hervorgehoben wird, sondern die Auslassung von Malcolm X oder seine Verdammung als Gewaltt\u00e4ter oder sogar Terrorist wird aus mehreren Perspektiven bzw. Sichtweisen (Multiperspektivit\u00e4t) und medienkritisch reflektiert.[54]<\/p>\n<p>[\/et_pb_accordion_item][et_pb_accordion_item title=&#8220;Welchen Zielen und welchem Aufbau sollte ein rassismuskritischer Unterricht folgen?&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; body_ul_item_indent=&#8220;30px&#8220; open=&#8220;off&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Folgende Kompetenzen sollten im Unterricht spiralcurricular angebahnt werden und sind je nach Jahrgang didaktisch angepasst umzusetzen. Sie sind von der Literatur zur Rassismuskritik inspiriert worden und stammen aus meiner Unterrichtspraxis.[55] Laut dem Migrationsp\u00e4dagogen Thomas Quehl geht es im rassismuskritischen Unterricht nicht nur um eine Thematisierung von Rassismus, sondern auch um Kulturaspekte.[56] Ein Grund, warum im Folgenden auch Uneindeutigkeiten, Vermischungen, Mehrfachzugeh\u00f6rigkeiten und sich aufl\u00f6sende Grenzen von Kulturen, Milieus und Lebenswelten thematisiert werden, die nach \u00fcber sechzig Jahren Einwanderung ja der Normalfall sind:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span>Sch\u00fcler*innen verstehen, welche gesellschaftlich dominanten Folgen Rassismus hat und wie ein empowerndes und\/oder problematisches Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl zu einer Gruppe geschaffen wird (z.B. die machtvolle problematische Einteilung zwischen Orient und Okzident, empowernde und problematische Aspekte von Black Culture-Identit\u00e4ten, Nationalismen jeglicher Art).[57]<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span>Sch\u00fcler*innen verstehen, dass viele Menschen mit Migrationsgeschichte sich mehrfachzugeh\u00f6rig (z.B. zweiheimisch als t\u00fcrkisch und deutsch) f\u00fchlen und Lebenswelten stets uneindeutig sind und mit anderen Lebenswelten vermischt sind (z.B. Wer bestimmt eigentlich, wer integriert werden muss? Wann und wie gelten Menschen \u00fcberhaupt als integriert?)<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span>Sch\u00fcler*innen verstehen die Vielfalt innerhalb von gesellschaftlichen Gruppen (z.B. Stadt\/Land, Milieus, Minderheiten\/Mehrheiten, Alter, politische Verortungen, Klasse und Schicht, Geschlecht).<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span>Sch\u00fcler*innen verstehen, dass jede_r neben seiner Rassismuserfahrungen und Migrationsgeschichte individuell vielf\u00e4ltig ist (Hobbys, Charakterst\u00e4rken, Geschlechteridentit\u00e4t, Geschmack, Lebensstil, politische \u00dcberzeugungen, etc.)<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span>Sch\u00fcler*innen positionieren sich dazu, dass in vielen Situationen die (famili\u00e4re) Herkunft irrelevant ist (z.B. Metin und Tobias werden vor die Klassent\u00fcr geschickt und l\u00e4stern dar\u00fcber drau\u00dfen gemeinsam).[58]<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span>Sch\u00fcler*innen verhalten sich zu potentiellen Positivbeispielen, in denen Einzelne und Kollektive sich f\u00fcr andere und\/oder f\u00fcr sich selbst eingesetzt haben (z.B. Malcolm X, Nelson Mandela, Gandhi, Muhammad Ali, Rosa Parks, ein aktueller Vorfall auf dem Pausenhof oder aus der Lokalpresse).[59]<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span>Sch\u00fcler*innen k\u00f6nnen ggf. erfolgreich in ihrer n\u00e4heren (Schule, Stadtteil) und weiteren (Stadt, Land, EU) Lebenswelt handeln (z.B. Zivilcourage<\/span>\u2028<span>im Rollenspiel ein<\/span>\u00fc<span>ben, Schule ohne Rassismus-Verbund aktiv leben,[60] Gefl<\/span>\u00fc<span>chtete unterst<\/span>\u00fc<span>tzen, etc.) und frustrationstolerant mit potentiellem Scheitern umgehen (z.B. wenn eine schulisch initiierte Unterschriftenaktion von der B\u00fcrgermeisterin missachtet wird).[61]<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/et_pb_accordion_item][\/et_pb_accordion][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.6.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; background_color=&#8220;#D21A50&#8243; background_image=&#8220;https:\/\/practice-school.eu\/wp-content\/uploads\/Accountant-Image-39.png&#8220; custom_margin=&#8220;50px|||||&#8220; custom_padding=&#8220;0px||0px|||&#8220; locked=&#8220;off&#8220;][et_pb_row column_structure=&#8220;1_3,1_3,1_3&#8243; use_custom_gutter=&#8220;on&#8220; gutter_width=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; 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Kulturelle Vielfalt verwerten oder echte Teilhabe gew\u00e4hrleisten?, in: Regine Hartung, Katty N\u00f6llenburg, \u00d6zlem Deveci (Hg.): Interkulturelles Lernen. Ein Praxisbuch, Schwalbach\/Taunus 2013, S. 25 ff.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[21] S. S. 14<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[22] Vgl. Nadine Balzter und Achim Schr\u00f6der (Hg.): Dokumentation der Fachkonferenz im Rahmen \u201eBiographische Nachhaltigkeit politischer Jugendbildung, Eine Wirkungsstudie\u201c, Darmstadt 2013.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[23] Durch Kampagnen haben die Sch\u00fcler*innen der Nelson-Mandela-Schule in Hamburg mit Schulleitung, Lehrkr\u00e4ften, Prominenten, Medien, vereinzelten Politiker_innen und dem Filmemacher Marcin Michalski und mir als Interkulturellem Koordinator der Schule insgesamt eine \u00d6ffentlichkeit von 53 000 Klicks sowohl bei einem bekannten Sozialen Netzwerk als auch bei einem bekannten Videoclipportal erreicht und so mitgewirkt die Abschiebungen unserer Sch\u00fcler*innen zu verhindern. Vgl. die Video-Clips Ayodele bleibt mit uns! mit den Prominenten Peter Lohmeyer (bekannt aus der Krimifernsehserie Tatort), dem Hip Hopper Jan Delay, der Schauspielerin Cosma Shiva Hagen und vielen anderen: https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=u450Yp_1owY Vgl. auf der DVD den Clip \u201eKeine Abschiebung der Familie Mohammad\u201c oder hier: https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=803TLNrqWCk, Stand: 2.3.2016<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[24] S. Praxistipp im Kasten, S. 17.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[25] John Hattie, Wolfgang Beywl, Klaus Zierer: Lernen sichtbar machen, Hohengehren 2013.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[26] Eine Studie von Thomas Dee und Emily Penner von der renommierten Stanford-Universit\u00e4t von 2016 l\u00e4sst vorsichtige Schlussfolgerungen zu. Schulleistungsschw\u00e4chere Sch\u00fcler*innen mit Migrationsgeschichte, insbesondere junge M\u00e4nner, verbessern durch lebensweltbezogene Unterrichtsthemen wie zu Rassismus und Diversit\u00e4t ihre Leistungen und sind weniger absent. http:\/\/ www.sueddeutsche.de\/bildung\/schule-schueler-sollten-sich-mit-kultureller-vielfalt-beschaeftigen-1.2826938, Stand: 2.3.2016<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[27] Vgl. weitere \u00dcbungen zu allen Ans\u00e4tzen: Alte Feuerwache e.V. Jugendbildungsst\u00e4tte Kaubstra\u00dfe (Hg.): Methodenhandbuch zum Thema Antiziganismus f\u00fcr die schulische und au\u00dferschulische Bildungsarbeit, M\u00fcnster 2012, S. 95 ff..<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[28] Vgl. exemplarisch auf der DVD die Unterrichtseinheit Weltsprachen und Statistik unter Lernbereich Mathematik von Hauke Morisse.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[29] Vgl. auf der DVD die f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Rollenspiele unter Lernbereich Deutsch und Theater.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[30] Vgl. auf der DVD das f\u00e4cher\u00fcbergreifende Arbeitsblatt Werde zum Familienforscher in der Unterrichtseinheit Welche vielf\u00e4ltigen Menschen leben im Ort? unter Lernbereich Gesellschaftswissenschaften, Politik<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[31] Vgl. Interview mit dem sozialpsychologischem Forscher Andreas Zick \u00fcber seine deutsche Studie \u201eFragile Mitte \u2013 feindselige Zust\u00e4nde\u201c von 2014 und Konsequenzen f\u00fcr die Bildung: \u201eEs mangelt uns an der richtigen Bildung\u201c, in: Erziehung und Wissenschaft, Allgemeine Deutsche Lehrer*innenzeitung, 5\/2015, Jg. 67, S. 18 f..<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[32] Vgl. auf der DVD auch \u201eDie Deutschen sind\u2026\u201c Ein etwas anderer Quiz unter Lernbereich Gesellschaftswissenschaften unter Politik.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[33] Vgl.: Feuerwache, Methodenhandbuch, S. 103 ff..<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[34] Rassismus kommt jedoch in allen Klassen und Schichten vor. Sch\u00fcler*innen aus wohlsituierten rechtskonservativen Elternh\u00e4usern k\u00f6nnen zwar auch emotional-sozial vernachl\u00e4ssigt sein, doch hat Rassismus in der Oberschicht wohl oft auch die Funktion den eigenen hohen Status und dementsprechende Privilegien zu sichern. Vgl. Heitmeyer und Zick, Mitte.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[35] S. auch n\u00e4chstes Kapitel Wie gehe ich mit rassistischen und menschenrechtsfeindlichen \u00c4u\u00dferungen um?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[36] S. auch n\u00e4chstes Kapitel Wie gehe ich mit rassistischen und menschenrechtsfeindlichen \u00c4u\u00dferungen um?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[37] S. Kontakt und Angebote der Autor_innen, S. 8.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[38] Vgl. zu Salafismus und Schule folgenden DIE ZEIT\u2013Artikel \u00fcber meine Arbeit: http:\/\/www.zeit.de\/2014\/50\/salafismus-islamismus-an-schulen. Ein Beitrag der Tagesschau vom 24.2. 2015 zum Umgang in der Schule u.a. aus meinem Unterricht: https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=mxoqBCI6TAA, Stand: 2.3.2016<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[39] Vgl. die Debatte in der kritischen Wei\u00dfseinsforschung: Verein f\u00fcr politische Bildung, Analyse und Kritik e.V.: Critical Whiteness, Debatte um antirassistische Praxis und nicht diskriminierende Sprache, Hamburg 2013.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[40] Rudolf Leiprecht: Zum Umgang mit Rassismus in Schule und Unterricht, Begriffe und Ansatzpunkte, in: Rudolf Leiprecht\/Anne Kerber (Hg.): Schule in der Einwanderungsgesellschaft, Ein Handbuch, Schwalbach\/Taunus 2005, S. 317-345. https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=mxoqBCI6TAA, Stand: 2.3.2016<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[41] Werk, Anregungen, S. 34.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[42] Paul Mecheril: Institutionen an die Sch\u00fcler*innenschaft anpassen, nicht umgekehrt \u2013 eine Einladung zur Kritik ausl\u00e4nderp\u00e4dagogischer F\u00f6rderung. Kommentar zum ersten Bildungsberichtsband f\u00fcr das Land Bremen \u201eBildung \u2013 Migration \u2013 soziale Lage. Voneinander und miteinander lernen\u201c, Bremen 2012, S. 18-19.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[43] Dies gilt nur bedingt f\u00fcr Sch\u00fcler*innen aus wohlsituierten rechtskonservativen Elternh\u00e4usern. Diese k\u00f6nnen zwar auch emotional-sozial vernachl\u00e4ssigt sein, doch hat Rassismus in der Oberschicht wohl oft auch die Funktion den eigenen hohen Status und Privilegien zu sichern. Praxiserfahrungen fehlen mir hier jedoch.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[44] Schwieriger gestaltet sich dies bei menschenrechtsfeindlichen Organisationen, die finanzielle Hilfen und zumindest zeitweise ein klares und scheinbar widerspruchsfreies Identit\u00e4tsangebot unterbreiten k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[45] Andreas Hechler: M\u00e4nnlichkeitskonstruktion, Jungenarbeit und Neonazismus-Pr\u00e4vention, in: Dissens e.V., Katharina Debus, Bernard K\u00f6nnicke, etc. (Hg.): Geschlechterreflektierte Arbeit mit Jungen an der Schule, Texte zu P\u00e4dagogik und Fortbildung rund um Jungenarbeit, Geschlecht und Bildung, Berlin 2012, S. 74-91. http:\/\/www. dissens.de\/de\/dokumente\/jus\/veroeffentlichung\/ neonazismus.pdf, Stand: 2.3.2016<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[46] Hier wird das gro\u00dfe Binnen-I verwendet, da menschenrechtsfeindliche F\u00fchrungskr\u00e4fte sich in den seltensten F\u00e4llen jenseits heterosexueller Geschlechterentw\u00fcrfe verorten.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[47] S. Kontakt und Angebote der Autor_innen, S. 8.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[48] S. Theorieexkurs, S. 13<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[49] Autor*innenKollektiv, Leitfaden, S. 20 ff.. Unterrichtsmaterial zur Peters-Projektion, s. auf der DVD unter Lernbereich Gesellschaftswissenschaften, Geographie, Unser Weltbild mit Quiz. Die Peters Projektion gibt es im Buchhandel in diversen Ausf\u00fchrungen als ganze Atlanten oder Plakate auch f\u00fcrs Klassenzimmer. Multiperspektivisch und kostenlos bei dem Programm \u201eBildung trifft Entwicklung\u201c: https:\/\/www.engagement-global.de\/bte-kontakt.html oder hier: katrin.volck@engagement-global.de, Stand: 3.2.2016<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[50] S. auf der DVD unter Lernbereich Gesellschaftswissenschaften, Politik, Fr\u00fche Neuzeit, Immanuel Kant \u2013 Aufkl\u00e4rer oder Rassist?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[51] S. Paulus in der Bibel 1. Korintherbrief 14, 33b \u2013 36.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[52] S. auf der DVD unter Lernbereich Deutsch und Theater, Deutsch, Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[53] S. auf der DVD unter Lernbereich Gesellschaftswissenschaften, Geschichte, Fr\u00fche Neuzeit, Renaissance in Europa.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[54] Autor*innenKollektiv, Leitfaden, S. 22.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[55] S. auch Paul Mecheril: Einf\u00fchrung in die Migrationsp\u00e4dagogik, Weinheim\/Basel 2004. Quehl, Rassismuskritik, in: Scharathow, Bildungsarbeit, S. 226-243.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[56] Quehl, Rassismuskritik, in: Scharathow, Bildungsarbeit, S.226-243.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[57] Vgl. Mecheril, Migrationsp\u00e4dagogik.\u2028Vgl. auch SINUS-Milieu-Studie: Heiner Barz, Meral Cerci, Zeynep Demir: Bildung, Milieu &amp; Migration, Kurzfassung der Zwischenergebnisse 12\/2013<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[58] S. Erl\u00e4uterungen zu Selbstverst\u00e4ndlichkeiten und gelingenden Momenten, S. 14.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[59] S. zur ambivalenten Problematik dieser Kompetenz, S. 18.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[60] Vgl.: http:\/\/www.schule-ohne-rassismus.org\/startseite\/, Stand: 2.3.2016<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[61] S. zur ambivalenten Problematik dieser Kompetenz, S. 18.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der \u00dcbung ist ein Zitat vorangestellt aus dem Gedicht \u201cFor the white person who wants to know how to be my friend\u201d:\u201cErstens: vergiss nie, dass ich schwarz bin. Zweitens: vergiss, dass ich schwarz bin.\u201d Aus: Movement in Black 1978 von Pat Parker. Aufgabe: Was sagt dieses Zitat \u00fcber Kultursensibilit\u00e4t aus? 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